🐄 Mortellaro — was es wirklich ist, wie es entsteht und was wirklich hilft

🐄 Mortellaro — was es wirklich ist, wie es entsteht und was wirklich hilft

Einmal eingeschleppt, ist Mortellaro kaum noch loszuwerden. Ein einziger Fall kostet 300 bis 500 Euro — Milchverlust, Tierarzt, Behandlung, Arbeitszeit. Und in manchen Herden sind bis zu 90% der Tiere betroffen. Leopold Tazreiter aus Neustadtl an der Donau hat Mortellaro in seinem Betrieb mit einer einfachen, konsequenten Maßnahme zurĂŒckgedrĂ€ngt: ein Kalkbad nach dem Melkstand. Mortellaro ist deutlich zurĂŒckgegangen. Und Herbert Grossauer aus Maria Neustift sagt: „Mortellaro gibt es nicht mehr, weil wir auch im Stall schon kalken."

Ich schreibe diesen Artikel mit Respekt vor dem Thema. Mortellaro ist keine einfache Erkrankung, die sich mit einem einzigen Produkt lösen lĂ€sst. Sie braucht ein System. Aber in diesem System spielen Trockenheit, Hygiene und Kalk eine entscheidende Rolle — und das ist genau das, was STALLKRAFT-Produkte leisten können.

Was Mortellaro wirklich ist — die medizinischen Grundlagen

Mortellaro (Dermatitis digitalis, auch Erdbeerkrankheit genannt) ist eine infektiöse EntzĂŒndung der Klauenhaut, die vor allem an der Haut unmittelbar ĂŒber den Weichballen und im Zwischenklauenspalt auftritt. Sie wurde erstmals Mitte der 1970er Jahre in Italien beschrieben und hat sich seither in ganz Europa und weltweit verbreitet.

A.Prof. Dr. med. vet. Johann Kofler von der Klinik fĂŒr WiederkĂ€uer der VeterinĂ€rmedizinischen UniversitĂ€t Wien — eine der renommiertesten AutoritĂ€ten zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum — beschreibt die Erkrankung so:

„Bei Mortellaro handelt es sich um eine multifaktorielle Erkrankung mit infektiösem Charakter. Neben der nicht tiergerechten Beschaffenheit von LaufflĂ€chen spielt v.a. die Verschmutzung und Feuchtigkeit der LaufflĂ€chen sowie die QualitĂ€t der LiegeflĂ€chen eine große Rolle fĂŒr die Entstehung." — A.Prof. Dr. Johann Kofler, Klinik fĂŒr WiederkĂ€uer, Vetmeduni Wien, TGD-Merkblatt Nr. 1

Der hauptsĂ€chliche Erreger sind Treponemen (= schraubenförmige Bakterien aus der Gattung SpirochĂ€ten), die in feuchten, verschmutzten Umgebungen gedeihen. Sie dringen durch aufgeweichte, rissige Klauenhaut in tiefere Gewebeschichten ein — und dort sind sie durch Antibiotika nur schwer zu erreichen.

Das TĂŒckische: Treponemen ĂŒberleben auch in trockenem Mist lange. Sind sie einmal im Bestand, ist eine vollstĂ€ndige Eliminierung nach derzeitigem Wissensstand nicht zu erwarten.

Untersuchungen der Vetsuisse-FakultĂ€t Bern zeigten 2011: In der Schweiz waren 73% der Milchviehherden und 29% aller Einzeltiere von Mortellaro betroffen. In Deutschland und Österreich sind die Zahlen Ă€hnlich hoch.

Wie Mortellaro entsteht — und warum feuchte Klauen der SchlĂŒsselfaktor sind

Prof. Kofler beschreibt den Mechanismus prÀzise:

„Der stĂ€ndige Kontakt der Klauenhaut mit Feuchtigkeit — Kot-Harn-Gemisch, GĂŒlle, feuchte AuslĂ€ufe und LiegeflĂ€chen — fĂŒhrt zur VorschĂ€digung der Haut. Sie wird aufgeweicht, die Ă€ußere Hornschicht wird dĂŒnner und schließlich rissig. Diese VorschĂ€digung bereitet den Weg fĂŒr spezifische krankmachende Keime — Treponema spp. — welche dann die Mortellaro-Krankheit auslösen." — A.Prof. Dr. Johann Kofler, Vetmeduni Wien

Das bedeutet: Mortellaro entsteht nicht einfach so. Es braucht immer eine VorschĂ€digung — und diese VorschĂ€digung entsteht fast immer durch Feuchtigkeit. Feuchte LiegeplĂ€tze, verschmutzte LaufflĂ€chen, nasse AuslĂ€ufe — all das bereitet den Boden.

Weitere Risikofaktoren laut Prof. Kofler:

Zu niedrige Trachtenhöhe (= Höhe des Hornschuhes) an den hinteren Innenklauen — weniger als 3 cm gilt als Risikofaktor. Hohe Besatzdichte im Stall. Stress — besonders in den ersten Wochen nach der Kalbung, bei Futterumstellungen, bei Hitzestress. Schlechte FutterqualitĂ€t, besonders minderwertige Silage. Und der Zukauf von Tieren aus infizierten BestĂ€nden — das ist der hĂ€ufigste Weg wie Mortellaro in einen bislang freien Betrieb eingeschleppt wird.

Interessant und wichtig fĂŒr die Praxis: Prof. Kofler beschreibt drei Typen von KĂŒhen in endemisch infizierten Herden — Typ 1 Tiere haben nie Mortellaro, Typ 2 Tiere erkranken nur einmalig oder mit wenig schmerzhaften LĂ€sionen, und Typ 3 Tiere erkranken hĂ€ufig und rezidivierend (= immer wieder). Diese Typ 3 Tiere gelten als Indikatoren fĂŒr den Betrieb: wenn ihre Zahl steigt, mĂŒssen Hygienemaßnahmen intensiviert werden.

Was Mortellaro kostet — die wirtschaftliche Wahrheit

Laut dem Bundesverband Rind und Schwein (BRS Deutschland) schlĂ€gt ein einzelner Mortellaro-Fall mit 300 bis 500 Euro zu Buche — Milchgeldverlust, Behandlungskosten und Arbeitszeit zusammengerechnet.

Bei einem Bestand von 50 KĂŒhen, von denen 20% betroffen sind: das sind 10 Tiere × 400 Euro = 4.000 Euro Verlust pro Jahr. Dazu kommt: Lahme KĂŒhe fressen schlechter, haben höhere Zellzahlen, schlechtere Fruchtbarkeit und scheiden frĂŒher aus der Herde aus. Mortellaro ist ein stiller, teurer Dauerschaden.

Und das Schlimmste: Mortellaro ist hochansteckend. Ein infizierter Zukauf, ein nicht desinfiziertens Klauenpflegemesser, ein Tierarzt der von einem infizierten Bestand kommt — das kann manchmal schon ausreichen.

Die fĂŒnf Stadien der Mortellaro — was man sehen muss

Prof. Kofler beschreibt fĂŒnf Stadien (M1 bis M4, mit Unterformen):

M1 sind akute Anfangsstadien — zwischen 0,5 und 2 cm groß, noch nicht immer schmerzhaft, leicht zu ĂŒbersehen. Das sind die VorlĂ€ufer der schlimmeren Formen. Wer M1 erkennt und behandelt, spart sich viel Ärger.

M2 sind die typischen akuten, geschwĂŒrartigen LĂ€sionen mit mehr als 2 cm Durchmesser — leuchtend rot, erdbeerartig, höckerig, mit fauligem Geruch. Bei der kleinsten BerĂŒhrung hochgradig schmerzhaft. Die Kuh entlastet den Fuß, lĂ€uft spießig oder trippelt hin und her.

M3 ist das Übergangsstadium nach der Behandlung — eine Kruste bildet sich, die Schmerzen lassen nach.

M4 ist das chronische Stadium mit weißen bis graubraunen Hyperkeratosen (= Hornverdickungen) und warzenartigen Zubildungen. Nicht mehr schmerzhaft — aber immer noch infektiös, weil Treponemen in abgekapselter Form in tieferen Hautschichten ĂŒberleben.

Wichtig fĂŒr die Praxis: 72% bis 90% aller Mortellaro-LĂ€sionen können bereits im Melkstand erkannt werden — mit guter Beleuchtung und einem einfachen abgewinkelten Spiegel.

Was wirklich hilft — veterinĂ€rmedizinisch korrekt

Prof. Kofler ist unmissverstÀndlich:

„Da Mortellaro eine multifaktorielle Erkrankung ist, stellt fĂŒr die Behandlung und Vorbeugung die Erkennung und Beseitigung vorhandener MĂ€ngel betreffend die Hygiene der Lauf- und LiegeflĂ€chen, Aufstallung, Besatzdichte, Stress und FĂŒtterung eine wesentliche, wenn nicht ĂŒberhaupt die wichtigste Maßnahme dar — nur das Aufbringen irgendeines Medikamentes auf die HautlĂ€sion hat ĂŒberhaupt keinen nachhaltigen Effekt." — A.Prof. Dr. Johann Kofler, Vetmeduni Wien

Das ist die zentrale Botschaft: Ohne Verbesserung der Hygiene und der Stallbedingungen bleibt jede Behandlung StĂŒckwerk.

FĂŒr die Einzeltierbehandlung empfiehlt Prof. Kofler vor allem lokale Therapien — Tetrazyklinsperber (= Antibiotikaspray), SalizylsĂ€urepaste oder nicht-antibiotische Pasten und Gele auf Basis organischer SĂ€uren und Ă€therischer Öle. Die Behandlung muss immer mit grĂŒndlicher Reinigung der Klaue beginnen.

FĂŒr die Herde: KlauenbĂ€der als Vorbeugemaßnahme — mindestens 6 bis 8 Wochen lang, zweimal wöchentlich. Die Klaue muss mindestens 2 bis 3 Mal in die Lösung eintauchen, das Klauenbad muss mindestens 3,60 m lang und 0,7 m breit sein.

Und dann — und hier kommt Steinkraft ins Spiel — empfiehlt Prof. Kofler ausdrĂŒcklich: „Liegeboxendesinfektion mit alkalischen Einstreumitteln (Kalk-Komponenten) 1–2x pro Woche."

Das Kalkbad — so einfach, so wirkungsvoll

Das Kalkbad nach dem Melkstand ist eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen gegen Mortellaro. Die Kuh lĂ€uft nach dem Melken durch ein Becken mit STALLKRAFT-Einstreu oder reinem kohlensaurem Kalk — die Klauen werden dabei mit feinstem, alkalischem Kalkpulver - bei Stallkraft auch mit Zeolith-Pulver bedeckt. Das trocknet die Klaue, bindet Feuchtigkeit und hemmt die Treponemen-freundliche feuchte Umgebung direkt an der Klauenhaut.

Leopold Tazreiter, Neustadtl an der Donau, berichtet:

„Wir hatten frĂŒher immer wieder die Klauenkrankheit Mortellaro im Stall. Nachdem wir die KĂŒhe nach dem Melkstand durch ein Kalkbad laufen lassen, ist sie deutlich zurĂŒckgegangen."

Und Herbert Grossauer aus Maria Neustift:

„Mortellaro gibt es nicht mehr, weil wir auch im Stall schon kalken."

Die Stroh-Kalk-Matratze in den Liegeboxen ist dabei die konsequente Erweiterung: Nicht nur beim Melkstand werden die Klauen getrocknet — auch die Liegeboxen bleiben durch STALLKRAFT-Einstreu trocken und alkalisch. Weniger Feuchtigkeit bedeutet weniger VorschĂ€digung der Klauenhaut — und damit weniger AngriffsflĂ€che fĂŒr die Treponemen.

Ein Praktiker beschreibt es so:

„Wir verwenden STALLKRAFT als GĂŒllezusatz direkt in die GĂŒllegrube. GĂŒlle viel homogener und leichter auszubringen. Wir beginnen ihn jetzt auch einzustreuen. Quasi im Kreislauf eine Stufe weiter vorne. Weil die Verrottung dann schon im Stall beginnt, Ammoniak gebunden wird und Milben und Schimmelpilze keine Chance mehr haben." — F., Schönau

Was STALLKRAFT konkret leistet — und was es nicht kann

STALLKRAFT ist keine Behandlung fĂŒr bestehende Mortellaro-Erkrankungen. Das muss der Tierarzt tun — mit den richtigen Mitteln, am richtigen Tier, zur richtigen Zeit.

Was STALLKRAFT aber kann: Es schafft die Bedingungen, unter denen Mortellaro schwer entstehen kann. Trockene Liegebuchten, weniger Keimdruck, alkalisches Milieu (pH 7–9) — das sind genau jene Faktoren, die Prof. Kofler als wichtigste Vorbeugemaßnahmen nennt.

STALLKRAFT-Einstreu (Zeolith + Kalk + Bio-KrĂ€uter) hĂ€lt die Liegeboxen trocken durch die hohe Saugkraft von Zeolith und Kalk. Es bindet Ammoniak direkt an der Quelle. Es hemmt die Vermehrung von Fliegenlarven. Und durch den pH-Wert von 7–9 schafft es ein Milieu, in dem feuchtigkeits- und fĂ€ulnisliebende Keime schlechte Lebensbedingungen haben.

TIERKRAFT Zeolith als Futterzusatz stĂ€rkt von innen: Das Immunsystem wird durch bessere Energiebilanz und Entgiftung gestĂ€rkt — und genau das reduziert die AnfĂ€lligkeit fĂŒr Mortellaro. Prof. Kofler hat gezeigt: Stress und geschwĂ€chtes Immunsystem sind der Auslöser fĂŒr AusbrĂŒche in endemisch infizierten Herden.

Und noch ein Tipp aus der Praxis: STALLKRAFT kann auch als Klauentrockner in einem einfachen Kalkbad nach dem Melkstand eingesetzt werden. Die KĂŒhe laufen durch — die Klauen werden beschichtet und trocken.

So wird das Kalkbad aufgebaut

Prof. Kofler empfiehlt fĂŒr ein effektives Klauenbad: mindestens 3,60 m LĂ€nge und 0,7 m Breite, damit jeder Fuß 2–3 Mal in die Lösung eintaucht. Die FlĂŒssigkeit sollte nach etwa 150–300 Kuh-Passagen erneuert werden.

FĂŒr ein Kalk-Trockenbad nach dem Melkstand — wie es Leopold Tazreiter und Herbert Grossauer praktizieren — genĂŒgt eine flache Wanne oder ein Bereich am Melkstandausgang, der mit STALLKRAFT-Einstreu oder reinem kohlesaurem Kalk befĂŒllt wird. Die KĂŒhe laufen hindurch, die Klauen nehmen das feine Kalkpulver auf und trocknen ab.

Einfach. GĂŒnstig. Wirkungsvoll.

Was du sofort tun kannst — Checkliste

  • Liegeboxen tĂ€glich reinigen und STALLKRAFT Einstreu nachstreuen (200–300 g/mÂČ tĂ€glich) — Liegeplatz immer trocken halten.
  • Kalkbad am Melkstandausgang einrichten — STALLKRAFT oder reinen kohlesauren Kalk in flacher Wanne, KĂŒhe tĂ€glich nach dem Melken durchlaufen lassen.
  • Neue Tiere sorgfĂ€ltig kontrollieren — Klauen bei Ankunft genau untersuchen, wenn möglich 6 Wochen in QuarantĂ€ne halten.
  • Klauenpflege 2–3 Mal jĂ€hrlich — fachgerechte Klauenpflege ist laut Prof. Kofler unverzichtbarer Bestandteil jedes Behandlungs- und Vorbeugeprogramms.
  • Typ 3 Tiere identifizieren und beobachten — diese Tiere sind die FrĂŒhindikatoren fĂŒr den Betrieb.
  • TIERKRAFT Zeolith ins Futter — max. 1% der tĂ€glichen Gesamtration, besonders in der Transitperiode.
  • Bei akuten LĂ€sionen sofort Tierarzt kontaktieren — lokale Behandlung am Einzeltier ist Voraussetzung fĂŒr jeden nachhaltigen Erfolg.

Anwendung & Dosierung

STALLKRAFT Einstreu: 200–300 g/mÂČ tĂ€glich. Liegeplatz immer trocken halten.

Kalkbad: STALLKRAFT oder reinen Kalk in flacher Wanne am Melkstandausgang — tĂ€glich nach dem Melken.

TIERKRAFT Zeolith: max. 1% der tÀglichen Gesamtration, unter das feuchte Futter mischen.

Unsere Produkte gegen Mortellaro

👉 STALLKRAFT Einstreu — Zeolith, Kalk und Bio-KrĂ€uter fĂŒr trockene, hygienische Liegeboxen und Kalkbad
👉 TIERKRAFT Zeolith — Futterzusatz zur StĂ€rkung des Immunsystems von innen
👉 Bodenkraft Kohlesaurer Kalk - fĂŒrs Kalkbad 

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine veterinĂ€rmedizinische Beratung. Bei bestehenden Mortellaro-Erkrankungen im Bestand wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt. STALLKRAFT-Produkte sind Vorbeugemaßnahmen — keine zugelassenen Tierarzneimittel zur Behandlung von Dermatitis digitalis. Das schreibe ich der guten Ordnung halber. Gleichzeitig denke ich, dass fĂŒr euch, die ihr bis zu diesem Artikel kommt, das eh klar ist.

Quellenhinweis

A.Prof. Dr. med. vet. Johann Kofler, Klinik fĂŒr WiederkĂ€uer, VeterinĂ€rmedizinische UniversitĂ€t Wien: TGD-Merkblatt Nr. 1 — Dermatitis digitalis (DD, Mortellaro, Erdbeerkrankheit), Stand November 2015 · Bundesverband Rind und Schwein (BRS): Mortellaro — wirtschaftliche Bedeutung · Vetsuisse-FakultĂ€t UniversitĂ€t Bern (2011): Verbreitung von Dermatitis digitalis in der Schweiz · AntibioticScout, Vetpharm UniversitĂ€t ZĂŒrich: Rind — Dermatitis digitalis

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